Andorra 2015 - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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Theater AG überzeugt mit ANDORRA

31.01.2015 — Die Theater AG des St.-Josef-Gymnasiums spielte am vergangenen Donnerstag- und Freitagabend Max Frischs Drama in zwölf Bildern „Andorra“ in der Kapu-Aula • Zusammen über 500 Zuschauer zeigten sich begeistert von dem Stück und den Schauspielern, die ein schweres Thema sensibel interpretierten  Nachdenkliche Stimmung im Anschluss bei allen Beteiligten
„Wenn Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 einen gleichermaßen anspruchsvollen wie bedrückenden Stoff in dieser Art und Weise auf unsere Bühne bringen, dann ist das eine höchst anzuerkennende Leistung. Das war eine beeindruckende Vorstellung“, betonte Schulleiter Hans-Dieter Kohnen in seinen Dankesworten vor der ausverkauften Aula direkt im Anschluss an die Aufführung vom Donnerstagabend.

Unter der Leitung von Sebastian Sczesny probten die Jungschauspielerinnen und –schauspieler seit den Sommerferien an „Andorra“. Die vielen Proben haben sich gelohnt, denn über 110 Minuten zeigten die Mädchen und Jungen an beiden Abenden sehr sichere Textkenntnisse und viel schauspielerisches Talent. Nach einer noch etwas nervösen Anfangsphase in den ersten zwei Bildern spielten sich alle Akteure im Verlauf des Stücks aber frei und zeigten Freude an ihrer Bühnenpräsens, ohne aber aus ihrer Rolle zu fallen oder den inhaltlich schweren Stoff zu vernachlässigen. Vor allem Stella Hüfing (Andri) und Henrike Schnepel (Barblin) überzeugten in ihrer darstellerischen Leistung, weil sie ihre inneren Konflikte sensibel, aber auch für das Publikum logisch nachvollziehbar interpretierten. Ebenso fielen Lea Lehmkuhl (als Tischler Prader), Nataly Scholten (Soldat Peider) und Anna Sophie Hespe (als Lehrer Can) in ihren konzentriert ausgearbeiteten Rollen auf.

„Andorra“ thematisiert in Form einer Parabel die Auswirkungen von Vorurteilen. So wird in zwölf Bildern im Spiegel des Antisemitismus die Frage nach der Schuld der Mitläufer und der Identität eines Menschen verfolgt.
Das Stück handelt von dem jungen Andri, der von seinem Vater unehelich mit einer „Schwarzen“ gezeugt wurde. Fortan gibt der Vater Andri gegenüber allen anderen als seinen jüdischen Pflegesohn aus. Davon ausgehend begegnen die Andorraner (u.a. der Tischler, der Wirt oder der Doktor) Andri permanent mit Vorurteilen. So hält Andri stets an seiner jüdischen Identität fest; auch nachdem er seine wahre Herkunft erfahren hat. Andri wird schließlich durch ein rassistisches Nachbarvolk getötet. Die Andorraner selbst rechtfertigen ihr von Vorurteilen geprägtes Fehlverhalten und leugnen ihre Schuld an Andris Tod.
Indem die Andorraner ein Bild entwerfen, wie Andri als Jude zu sein habe, legen sie seine Identität gemäß ihren Vorurteilen fest. Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, um mit dem Bild, das die anderen von ihm haben, eins zu werden, bleibt Andri schließlich nichts anderes übrig, als dieses Bild anzunehmen, die von ihm erwartete Rolle auszufüllen und die ihm entgegengebrachten Vorurteile zu bestätigen. Dabei führt der Druck seiner sozialen Umwelt zu ständigen Selbstprüfungen und zur Anpassung an die Erwartungen. Aufgrund kultureller und innergesellschaftlicher Vorurteile und Konflikte erscheint Max Frischs 1961 uraufgeführtes Stück gerade heute aktueller denn je.
Das Publikum applaudierte am Donnerstagabend lange den Jungschauspielern, erkannte aber auch den Aktualitätsbezug, denn viele Besucher beschäftigten sich im Anschluss an die Aufführung noch mit den Themen Vorurteile und Diskriminierung. „Das Stück macht nachdenklich, denn ich kann die Figuren des Stücks gut verstehen. Ich bin mir nicht sicher, wie ich mich verhalten hätte“, fragte sich Sigrid Wolters. Und Sabine Temmen ergänzte: „Eine sehr beeindruckende Aufführung.“
Das zeigt, wie intensiv es der Theater AG am Kapu gelungen ist, „Andorra“ in seiner Vielschichtigkeit zu interpretieren. Vor dem Hintergrund, dass alle Rollen von 13- bis 16-jährigen Schauspielerinnen und Schauspieler gespielt wurden, waren das zwei sehr beeindruckende Leistungen. 
Das Stück
Neben Biedermann und die Brandstifter gehört Andorra zu den bekanntesten Werken des Schweizer Schriftstellers Max Frisch (1911 – 1991). Andorra, das den Abschluss von Frischs Periode des „engagierten Theaters“ bildet, wurde im November 1961 in Zürich uraufgeführt. Im Anschluss wurde das Drama als eines der wichtigsten Theaterstücke nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert. Bis heute wird Andorra auf vielen deutschsprachigen Bühnen gespielt und oft auch in der Schule gelesen.
Andorra thematisiert in zwölf Bildern (in Form einer Parabel) und im Spiegel des Antisemitismus die Auswirkungen von Vorurteilen und geht Fragen nach der Schuld der Mitläufer und der Identität eines Menschen nach.
Das Stück handelt von dem jungen Andri (Stella Hüfing), der von seinem Vater (Anna-Sophie Hespe) unehelich mit einer „Schwarzen“ (Edda Winterstein) gezeugt wurde; fortan gibt der Vater Andri gegenüber allen anderen als seinen jüdischen Pflegesohn aus. Davon ausgehend begegnen die Andorraner (u.a. der Tischler [Lea Lehmkuhl], der Wirt [Velten Heymann] oder der Doktor [Malin Hormann]) Andri permanent mit Vorurteilen. So hält Andri stets an seiner jüdischen Identität fest; auch nachdem er seine wahre Herkunft erfahren hat. Andri wird durch ein rassistisches Nachbarvolk getötet. Die Andorraner selbst rechtfertigen ihr von Vorurteilen geprägtes Fehlverhalten und leugnen ihre Schuld an Andris Tod.
Zwischen den Bildern treten vereinzelt Andorraner aus dem Handlungsverlauf heraus. In Zeugenaussagen rechtfertigen sie ihre Taten bzw. Unterlassungen und weisen ihre Schuld an Andris Tod von sich. Lediglich der Pater [Eva Kallerhof] betet anstatt an der Zeugenschranke auszusagen.
Die Besetzung
Andri
Stella Hüfing
Klasse 9
Barblin
Henrike Schnepel
Jgst. EF
Soldat
Nataly Scholten
Klasse 9 
Doktor
Malin Hormann
Klasse 9
Lehrer 
Anna Sophie Hespe
Klasse 8
Mutter
Hannah Tekaat
Klasse 8
Wirt
Velten Heymann
Klasse 8
Pater
Eva Kallerhof
Klasse 8
Tischler
Lea Lehmkuhl
Klasse 8
Senora
Edda Winterstein
Klasse 9
Geselle
Nicole Bisping
Klasse 8
Jemand
Franka Nießing
Sara Weinen
Klasse 8
Klasse 9
Idiot
Marek Wehning
Klasse 8
Soldaten
Rebecca Scholtholt, Alissa Volmering,
Emma Revermann, Hannah Langert

alle Klasse 8
Judenschauer
Laura Peters
Klasse 8
Prozession
Alissa Volmering, Emma Revermann,
Hannah Langert, Laura Peters, Paula Weber, Jakob Gohsen


alle Klasse 8
Das Team im Hintergrund
Souffleuse
Pia van Clewe
Jgst. Q2
Technik
Oliver Hengefeld, Luca Hagemeyer
Klasse 9
Bühnenbild
Christoph Paffrath, Ralf Ehlen, Sebastian Sczesny, Luca Hagemeyer, Oliver Hengefeld, Stella Hüfing, Xenia Trillhose
Bühnentechnik
Marek Wehning, Jakob Gohsen,
Paula Weber

alle Klasse 8
Programmheft
Charlotte Peltzer, Oliver Hengefeld, Luca Hagemeyer

alle Klasse 9
Dekoration
LK Deutsch von Herrn Sczesny
Catering mit hilfreicher Unterstützung von Frau Ikes und Frau Winkel
Vorurteile
Charlotte Brillert
Jgst. Q1
Kartenverkauf
Frau Biermann und Frau Gebbing

Verantwortliche Leitung
Sebastian Sczesny in Zusammenarbeit mit Charlotte Peltzer
Mimikry - die Theater-AG am Kapu
 
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