Besuch im Humberghaus 2013 - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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Unser Besuch im Humberghaus

27.11.2013

Wir, die Klasse 8b, haben uns nach den Ferien im Deutschunterricht von Herrn Wulf mit dem Thema Jüdische Schicksale im Jugendroman und im Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Im Unterricht erfuhren wir viel über das Leben derer, die verfolgt wurden. Vor allem die unglaublich brutale Vergasung in den Konzentrationslagern berührte uns alle sehr. Eine Mitschülerin erzählte ihrer Mutter besonders ausführlich von unserer Unterrichtsreihe, sodass diese die Initiative ergriff und den Vorschlag machte, das Humberghaus in Dingden zu besuchen, wohin wir dann am 11.11.2013 fuhren.

Der sogenannte Geschichtsort, den man auch mit einem Museum vergleichen kann, liegt an einer ganz normalen Straße im Zentrum von Dingden. In diesem Haus lebte die jüdische Familie Humberg. Die Eltern, Abraham und Rosalia Humberg, bekamen neun Kinder, wovon zwei kurz nach der Geburt verstarben. Das schon knapp 200 Jahre alte Haus sieht heute sehr gut aus, da es mit aufwendiger Arbeit restauriert wurde. Die Humbergs bewohnten dies, bis sie nach 1933 gezwungen wurden auszuwandern. Das letzte Mitglied der Familie musste 1941 innerhalb von 24 Stunden sein eigenes Haus verlassen.

Anschließend wurde das Haus von einer anderen Familie bewohnt, bis der Heimatverein Dingden das Haus kaufte und es von 2001 bis ca. 2012 saniert wurde. Sofort fielen uns die kleinen Details auf, die mit viel Liebe und Mühe herausgearbeitet wurden und die auf das Leben der Humbergs hinweisen.
Als wir dann in drei Gruppen aufgeteilt wurden und jede Gruppe einen geschichtskundigen Führer bekam, gingen wir in die kleine Metzgerei des Hauses. Diese gehörte Abraham, der sie dann aber später an einen seiner Söhne, Siegmund, vererbte. Uns fiel direkt eine Metallstange an der Decke auf.

Doch als Hitler als Diktator über Deutschland herrschte, durfte die Familie Humberg ihre Läden nicht mehr betreiben, weshalb ein Teil der Familie nach Kanada auswanderte.

Noch heute leben Nachfahren der Familie Humberg in Kanada, zu denen der Heimatverein Kontakt aufgenom-men hat. Dazu stehen im Humberg-haus Audio-Guides und Bildschirme zur Verfügung, die Zusatzinformationen über das Schicksal der Familie geben, unter anderem auch zum Terror, dem die Humbergs am 10. November 1938 – einen Tag nach den „Reichskristall-nacht“-Pogromen in ganz Deutschland – in Dingden ausgesetzt waren.

Wir erfuhren dazu, dass dort die „koscher“ geschlachteten Tiere aufgehängt wurden, damit das Blut und somit die „Seele“, die die Juden nicht essen durften, herauslaufen konnte. Außerdem sahen wir uns den Textilladen an, der Rosalia gehörte. In einem Glastisch konnte man noch Originalrechnungen und ein Rezeptbuch anschauen. Alte Stoffreste entdeckte man ebenfalls im Raum. Bevor 1933 Adolf Hitler mit den Nationalsozialisten an die Macht kam, führte die jüdische Familie ein Leben wie jede andere deutsche Familie.


In einem der Schlafzimmer lag auf dem Boden ein Kronleuchter mit der Aufschrift: „Die Neunmalklugen sind die Feinde der Tat.“ Er gehörte ursprünglich den Nazis, die damit sagen wollten, dass sie keine kritischen, intelligenten Leute wie die Juden in ihrem Staat duldeten. Außerdem erfuhren wir, dass vier Familienmitglieder in Konzen-trationslagern durch die Nazis ermordet wurden.
Zum Schluss versammelten wir uns im Heimathaus, das sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet. Dort tauschten wir uns über die Führung aus und waren alle der Ansicht, dass die Juden im Dritten Reich ein qualvolles Leben geführt haben und so etwas nie wieder passieren darf. Insgesamt fanden wir den Tag gelungen und sehr interessant. Er war eine gute Ergänzung zum Unterricht.

Führung im HumberghausChristin Böggering,  Rebecca Börger, Lea Krusen, Leonie Seggewiß


 
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