SegeLn & Fördern - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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SegeLn & Fördern in der Erprobungsstufe

... bezeichnet das schuleigene Lern- und Förderkonzept für die Jahrgangsstufen 5 und 6 am Kapu. Wie der Name sagt, berücksichtigt es die Prinzipien des selbstgesteuerten Lernens und der individuellen Förderung im Unterricht der Einführungsphase des Gymnasiums in besonderem Maße. Ziel ist es dabei, dem Lernprozess durch inhaltlich, methodisch und organisatorisch spezifisch gestaltete Lernangebote Nachhaltigkeit zu verleihen und den individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler möglichst optimal gerecht zu werden.


Dazu dienen die im Folgenden skizzierten Module:

Das Lernen-Lernen steht in der Jahrgangsstufe 5.1 im Zentrum des Interesses. Beginnend mit einer Lernen-Lern-Woche und fortgeführt in einer im Stundenplan gesondert ausgewiesenen Förderstunde erfahren und erproben die Schüler/innen, wie sie sich ihrem Lerntyp entsprechend Lerninhalte am besten aneignen und diese dauerhaft abspeichern. Sie erwerben grundlegende Techniken der Heftführung und üben die Anfertigung von Hausaufgaben. Praktische Hilfen zur Gestaltung des häuslichen Arbeitsplatzes, nützliche Tipps zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Strategien zur Organisation der eigenen Lernzeit vermitteln den Schülern die Erfahrung, dass das Lernen eine komplexe Angelegenheit ist und weit über den Lernort Schule hinausgeht. Schrittweise werden sie so an eine gewisse Eigenverantwortlichkeit  für den individuellen Lernfortschritt herangeführt.
Die wöchentliche Förderstunde dient des Weiteren dazu, den Bedürfnissen der Schülerpersönlichkeit zu entsprechen, indem sie soziale Aspekte des gemeinsamen Lernens und Lebens erfahrbar macht. Dafür nutzen wir das aus Amerika kommende und von deutschen Lions Clubs unterstützte Programm zur Förderung sozialer Kompetenzen, kurz Lion’s Quest genannt. Es bietet Materialien an, die in vielfältiger und ansprechender Weise auf die Herausforderungen des Erwachsenwerdens in Gesellschaft und Schule eingehen. Darunter finden sich Themenkomplexe wie das Hineinwachsen in eine neue Gruppe, die Stärkung des Selbstvertrauens oder der Umgang mit den eigenen, oft widersprüchlichen oder extremen  Gefühlslagen.

Das 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 beginnt  mit einer Trainingseinheit von 6 Wochenstunden zum Oberthema  „individuelle Förderung und Anleitung zum selbstständigen Lernen“, die schulfachbezogen angelegt ist.  In dieser Phase werden wichtige Konstituenten einer fruchtbaren Lernatmosphäre be-sprochen und eingeübt, grundlegende Arbeitstechniken im Umgang mit Lern- und Fördermaterialien erprobt und Kriterien für ihre jeweils individuell sinnvolle Auswahl durch die Schüler/innen vermittelt. In den folgenden Wochen und Monaten der Jahrgangsstufen 5.2 und 6.1 findet bezogen auf die Fächer Deutsch, Englisch, Latein und Mathematik in jeweils 2 Wochenstunden während des Vormittags-unterrichts das „SegeLn & Fördern“ in einem engeren Sinne statt. Dazu finden die Schüler/innen in ihrem Klassenraum eine Fülle von Lern- und Fördermaterialien aus den genannten Fächern vor. Diese werden von den Fachlehrern  in Anlehnung an die Erfordernisse des Fachunterrichts und abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schüler/innen erstellt, kontinuierlich überprüft und ggf. modifiziert und ergänzt. Das bereitgestellte Material ist nach unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus differenziert, es erschließt sich selbst durch inhärent angelegte oder beigefügte Lösungen und fördert durch entsprechende Arbeitsanweisungen die verschiedenen Lernkompetenzen. In der Doppelstunde SegeLn- & Fördern können die Schüler/innen die Materialien auswählen, mit denen sie üben bzw. Lerninhalte vertiefen möchten. Dabei wählen sie gleichzeitig eine bestimmte Sozialform des Lernens aus wie z. B. die Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit. Auf diese Weise kann den insgesamt mannigfaltigen, individuell recht unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler optimal entsprochen werden. Die beschriebenen Lernarrangements ermöglichen dem Einzelnen ein selbsttätiges und weitgehend selbstständiges Lernen. Sie  beinhalten die Chance, dem eigenen Lernrhythmus zu folgen und bieten Gelegenheit, unterschiedliche Neigungen und Begabungen zu entdecken und zu entwickeln. Besondere Lern- und Fördermaßnahmen, die die Fachlehrer in Bezug auf bestimmte Schüler und Schülerinnen für wichtig halten, geben die Lehrer in Form entsprechender Eintragungen in die Arbeitsprotokolle der jeweiligen Schüler vor. An dieser Stelle wird die freie Auswahl der Lerngegenstände seitens der Schüler/innen durch die vom Lehrer konstatierte Notwendigkeit der Beschäftigung mit bestimmten Lerninhalten eingegrenzt. Ebenso werden die Schüler/innen angehalten, ihre Lernzeit in den SegeL-Stunden auf die verschiedenen Fächer so zu verteilen, dass eine nicht zu vertretende Ungleichgewichtung vermieden wird. Da die Schüler in den Segel-Stunden die wesentlichen Aspekte ihres Lernens wie die aufgewendete Arbeitszeit, die Lerninhalte und die Sozialformen dokumentieren und sich auch gegenseitig bezüglich der Erledigung ihrer Aufgaben kontrollieren, wächst in ihnen kontinuierlich das Bewusstsein einer Eigenverantwortlichkeit für den individuellen Lernprozess und –fortschritt.
Besonders attraktiv an diesem Unterrichtsmodell erscheint die Tatsache, dass das Kapu seine Organisation so angelegt hat, dass die kleinen Lerner nicht durch mehr Unterrichtszeit insgesamt belastet werden. Die Doppelstunde SegeLn & Fördern variiert hinsichtlich ihrer Lage im Stundenplan von Woche zu Woche, was sich daraus ergibt, dass jedes in der Erprobungsstufe unterrichtete Fach maximal einmal im Monat eine Stunde für SegeLn & Fördern zur Verfügung stellt.
Haben die Schüler/innen sich bis zum Ende der Jahrgangsstufe 6.1 mit den Bedingungen und Grundtechniken eines selbsttätigen und selbstständigen Lernens vertraut gemacht und diese weitestgehend verinnerlicht, können sie die fachbezogenen Lern- und Fördermaterialien bei Bedarf mit nach Hause nehmen und dort damit üben. In der Schule liegt in der Jahrgangsstufe 6.2 der  Schwerpunkt des offenen Unterrichtsangebots auf der fächerübergreifenden Projektarbeit. Unter dem Oberthema „Kinder dieser Welt“ sollen sich die Schüler/innen über einen Zeitraum von 6 – 8 Wochen in jeweils einer Doppelstunde pro Woche mit den Lebensbedingungen der Kinder dieser Welt in den verschiedenen Kontinenten der Erde auseinandersetzen. Dabei beziehen sich bestimmte Themenmodule auf die beiden sozialen Projekte des Kapu: FODO und Vamos juntos!
Die Projektarbeit erweitert die bisher erlernten Arbeitstechniken.  Das Angebot an eingesetzten Medien ist vielfältiger und die Möglichkeiten zur Erarbeitung und Präsentation von Lerninhalten bzw. -ergebnissen weist freiere Formen auf. Das fächerübergreifende Arbeiten, für das jetzt auch und vor allen Dingen Nebenfächer wie Biologie, Erdkunde, Kunst, Musik und Religion Lernangebote machen, kommt der Pluralität der Begabungen und den unterschiedlichen Interessen der Schüler ebenso entgegen wie der Komplexität ihrer Lebenswirklichkeit. Eine so angelegte Projektarbeit forciert den Gedanken der individuellen Förderung.
Sie stellt weiterreichende Anforderungen an die selbstständige Organisation des eigenen Lernens, an die Ausbildung von Strategien eines gemeinsamen Lernens und Arbeitens oder auch an die Fähigkeit, Lernzeit über Wochen hinweg  so einzuteilen, dass an ihrem Ende ein angemessenes Ergebnis steht, in Form eines Produktes wie einer Projektmappe oder eines Mini-Portfolios.

Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass die Anforderungen im Bereich des Lernens bereits in der Erprobungsstufe vielfältig sind, dass sie aufeinander aufbauen und so auf die komplexeren Anforderungen in der Mittelstufe vorbereiten.

(Maria Sicking, Erprobungsstufenkoordinatorin)

 
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