Herding-Festival - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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Herding-Festival - Mit dem Fahrstuhl in die Vergangenheit

Das „Herding-Festival - Mit dem Fahrstuhl in die Vergangenheit“ soll unsere Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 für einen Tag in das Zeitalter der Industrialisierung in Bocholt entführen. Alle nehmen an diesem Tag an Projekt-Workshops teil. So erfahren sie zum Beispiel etwas mehr über den Lebens- und Arbeitsalltag im 19. Jahrhundert, über die Mode in dieser Zeit, oder über die Geheimnisse des Fabrikmeisters.
2017 - Einen Tag leben und weben wie vor 125 Jahren

Am Dienstag, den 13. Juni 2017 fand das diesjährige „Herding-Festival“ statt.
Einen Vormittag lang durften 97 SchülerInnen der Klassen 8 des St.-Josef-Gymnasiums ihren Unterricht im LWL TextilMuseum verbringen.
Das „Herding-Festival“ ist eine Zusammenarbeit der Kooperationspartner St.-Josef-Gymnasium, LWL TextilMuseum und der Firma Borgers SE & Co. KGaA. Die Idee des sogenannten „Herding-Festivals“ ist, dass die Mädchen und Jungen einen Tag im Zeichen der Industrialisierung in Bocholt erfahren: leben und weben in dem authentischen Lernort Bocholt.
Entlang von vier Modulen erfuhren die SchülerInnen mehr über das Leben in Bocholt um 1900. So konnten sie etwas über den Alltag zwischen Arbeit und Daheim lernen, oder Strategien der Unternehmerarbeit erschließen und später anwenden. So trifft das Büro 1.0, ganz ohne PC oder Internet, auf die gegenwärtig global vernetzte Welt - eine spannende Gegenüberstellung. Außerdem ging es in einem Modeworkshop nicht nur um die Mode des Kaiserreichs, sondern auch um historische Färbetechniken. All das kann im Bocholter TextilMuseum vor Ort ausprobiert werden und machte uns allen viel Spaß. Ein letztes Modul beschäftigte sich mit Karl. Karl ist 14 Jahre alt und steht vor der Wahl: Muss er die Schule abbrechen, um zu arbeiten und um damit seine Familie finanziell zu unterstützen? Oder könnte seine Familie auch ihn unterstützen, so dass er weiter zur Schule gehen darf? Eine bessere schulische Ausbildung führt später doch zu einem besseren Job, oder?
Nach so vielen Impressionen zwischen 1900 und 2017 wartete im Anschluss an unsere Modularbeit noch eine kleine Überraschung auf uns. Unter der Remise der Weberei gab es zur Stärkung für alle Mädchen und Jungen (und die fleißigen HelferInnen) das „Borgers-Buffet“ mit Grillwurst im Brötchen, Senf und Ketchup und Cola. Was möchte man nach einem lehrreichen Vormittag mehr?
Für unsere SchülerInnen galt also: Mit dem Fahrstuhl in die Bocholter Vergangenheit. Es war ein sehr spannender (Ein) Blick.
Das „Herding-Festival“ wird von der Fachschaft Geschichte des St.-Josef-Gymnasiums in enger Zusammenarbeit mit Herrn Schmidt und Herrn Stenkamp vom LWL TextilMuseum geplant und organisiert. Ein besonderer Dank aber gilt den vielen aufmerksamen, fachkompetenten und empathischen MitarbeiterInnen und HelferInnen des TextilMuseums, die auf ihre so sympathische Weise dazu beitragen, dass wir immer gerne im TextilMuseum sind. Und auch sehr gerne wiederkommen.
Vielen Dank auch an Herrn Borgers, denn die Stärkung um den Grill war sehr sehr lecker.

Theaterworkshop
„In The Mood“

Das Modul zum Thema „In The Mood“ bestand aus zwei unterschiedlichen Teilen, die ihrerseits separat abliefen: Zum einen das Arbeiten mit Moodboards und zum anderen der Präsentation einer Modenschau – Fashion um 1900.
Zuerst führte die Leiterin des Moduls Frau Dellbrügge kurz in das Thema ein und präsentierte den SchülerInnen Mode der letzten 100 Jahre. Kurz darauf forderte sie die SchülerInnen dazu auf, sogenannte Moodboards zu erstellen. Diese, so erklärte Frau Dellbrügge, helfe den Designern, die Grundstimmung der später entstehenden Modenschau besser zu verstehen.
Die Gruppe teilte sich in Kleingruppen auf und begann damit, aus verschiedenen Zeitschriften und Körben mit Stoffen, passende Materialien zu ihrem Thema herauszusuchen und diese auf eine schwarze Pappe zu kleben. Die Themen waren unter anderem „Streetstyle“ oder „Pastellfarben“. Nach einer 15-minütigen Arbeitsphase waren die Moodboards schon fertig und wurden vor der gesamten Gruppe vorgestellt. Besonders berücksichtigt und analysiert wurde hierbei die Mode auf politscher und ökologischer Ebene.
Nach einer halbstündigen Pause begann auch schon der zweite Teil des Moduls: Die gesamte Gruppe hatte nun die Möglichkeit, Kleider aus den verschiedenen Jahrzehnten unterschiedlicher Epochen, unter anderem der Zeit des Rokoko oder des Barock, anzuprobieren und zu präsentieren. Hierzu wurde ebenfalls passende Musik aus der jeweiligen Zeit abgespielt und Frau Dellbrügge bot gleichzeitig viele Informationen über die Mode der so unterschiedlichen Epochen an.
Die kleine Modenschau war ein großer Erfolg. Die SchülerInnen hatten viel Spaß, die Kleider des letzten Jahrhunderts anzuprobieren. Dies sei eine komplett neue Erfahrung gewesen, sagte eine der SchülerInnen, denn sie habe solche Kleidungsstücke noch nie vorher gesehen.

Inga Lensing, Q1
Bist du ein Macher?
Die Kompetenzen eines guten Unternehmers kennenlernen

Zur Einführung in das Thema „Bist du ein Macher?“ versammelten sich die SchülerInnen im Kardensaal. Dort betrachteten sie die Mode der Unternehmerfrauen im Wandel der Zeit, die durch verschiedene Lebens- und Musikstile beeinflusst wurde. Dabei erkannten die SchülerInnen, dass sich auch die Unternehmer der Textilindustrie diesen Veränderungen anpassen mussten, um weiterhin erfolgreich zu sein.
Um mehr über die Unternehmensführung zu erfahren, durchliefen die SchülerInnen die Ausstellung „Bist du ein Macher?“ im Drosselsaal. Dort sind die Maschinen und die Arbeitsutensilien der Spinnerei sowie private Haushaltsgegenstände der Unternehmer ausgestellt. Zu Beginn der Erkundung teilten sich die SchülerInnen in drei Gruppen auf, um die Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven zu erleben: die des Quereinsteigers, des Facharbeiters und des Unternehmersohnes.
Jede Gruppe hatte das Ziel, sein Unternehmen möglichst erfolgreich zu führen, jedoch starteten sie gemäß ihrer Rolle an einem anderen Ausgangspunkt.
Eine App führte die SchülerInnen durch die Ausstellung in Form eines Quiz: Für die Fragen mussten die Schüler verschiedene Stationen der Ausstellung aufsuchen, an denen sie die passenden Antworten finden konnten.
Eine Quizfrage lautete beispielsweise: „Was kann ich tun, um Geld zu bekommen, wenn ich mein Unternehmen nach vorne bringen will?“ Die Antwort fanden die SchülerInnen in einer Vitrine, in der die Lösung der Frage wortwörtlich auf dem Schreibtisch eines Unternehmers lag: in diesem Fall waren es Aktienpapiere einer Handelsgesellschaft.
Die Ziele dieser interaktiven Führung wurden von den SchülerInnen bestätigt: Die selbstständige Erarbeitung wurde durch lebendige Diskussionen der Schüler gefördert. Auch der Teamgeist wurde durch die Gruppendynamik angeregt. Am Ende dieses Moduls hieß es mehrheitlich: „Es war cool gemacht!“

Florian Mantke, Julia Konst, Miriam Venhorst, O1

Theaterworkshop
"Karl vor der Wahl"

In diesem Modul sollten die SchülerInnen der Klassen 8 sich mit der Geschichte eines Webersohnes aus dem 20. Jahrhundert auseinandersetzen, um am Ende ein Improvisationstheater über sein junges Leben und seine schwierige Entscheidung aufzuführen.
Karl, der 14-jährige Sohn eines Webers, steht vor der Entscheidung, ob er weiter zur Schule gehen oder eine Ausbildung zum Weber anfangen soll. Durch verschiedene Einflüsse soll sich Karl im Theaterstück entscheiden, welchen Weg er geht.
Sein Lehrer empfiehlt ihm zum Beispiel, die Schulausbildung weiterzuführen, weil er sein Potential erkennt. Andererseits würde ihn sein Vater gerne in die Fabrik einarbeiten. Der Pastor erklärt: „Folge deinem Herzen. Und der Tradition.“
Um erst einmal einen Eindruck von dem Leben und der Arbeit als Weber zu bekommen, wurde die Gruppe durch die Fabrik und ein Arbeiterhaus auf dem Gelände der Textilfabrik geführt.
Danach ging es weiter zur Spinnerei, um das Theaterstück vorzubereiten. Als Erstes wurden die Rollenkarten vorgestellt und verteilt. Danach überlegten die SchülerInnen, wie sie dem Schülerpublikum Karls Situation am Besten vermitteln könnten.
Daran anschließend machte sich die Gruppe Gedanken darüber, wie die verschiedenen Familienmitglieder und Akteure rund um Karl, ihn von ihrem Standpunkt aus überzeugen könnten.
Am Ende überzeugten ihn sein bester Freund, sein Lehrer und seine Schwester davon, weiter zur Schule zu gehen, weil er dadurch Perspektiven auf ein besseres Leben habe.
Ziel des Theaterstücks war, eine interessante und unterhaltsame Diskussion über die Zukunft von einem Webersohn, am Anfang der 20. Jahrhunderts, zu führen. Dies ist mit Karls Entscheidung gelungen.

Paulina Hartmann, Q1

Herding-Festival am 10. Mai 2016
9.00 Uhr
Auftakt und Begrüßung
Treffpunkt: Uhlandstraße 50, 46397 Bocholt; im Innenhof
9.15 Uhr
Beginn der Projekte, Teil 1
11.00 Uhr
Große Pause
11.30 Uhr
Beginn der Projekte, Teil 2
13.00 Uhr
Treffen in der Spinnerei; kurzes Theaterstück
13.30 Uhr
Grillen im Innenhof
ca. 14.00 Uhr
Ende des Projekttages

Das „Herding-Festival“ wird von den Kooperationspartnern LWL-Industriemuseum – Kapu – Borgers geplant und durchgeführt.
Allen Beteiligten gilt deswegen ein ganz besonderer Dank!

Kapu, LWL und Fa. Borgers beim Herding-Festival 2016
In diesem Jahr haben uns zusätzlich Schülerinnen und Schüler aus der Jgst. Q1 unterstützt. Denn das Thema „Industrialisierung“ ist auch für das Abitur im Fach Geschichte relevant. So profitierten also sehr viele Schülerinnen und Schüler von dem tollen Projekt in einem außerschulischen Lernort mitten in Bocholt.

Das waren die Projekte

Projekt A: Modelust und Kleiderfrust – ein Projekt zur Mode und Bekleidung

Projekt B: Weben & Leben wie vor 100 Jahren – Alltag zwischen Arbeit und Daheim

Projekt C: Geheimnisse des Fabrikmeisters

Projekt D: Ein Haufen Kohle! – Vom Heizmeister und Unternehmer

Projekt E  -  Theaterprojekt: Karl vor der Wahl…
Anno 1910. Der 14-jährige Karl steht vor der Wahl: Soll er, das Arbeiterkind, weiter zur Schule gehen oder soll er sofort in der Fabrik anfangen? Schule und Bildung kosten die Familie viel Geld, oder soll er mit seinem eigenen Lohn aus der Fabrik sich und seiner Familie schnell helfen? Für welche Zukunft wird sich Karl entscheiden?

Projekt F  -  Presseworkshop: Dokumentation des Tages entlang von Texten, Berichten, Interviews und Reportagen; inkl. Fotoberichterstattung für Homepage und Facebook…

Sebastian Sczesny für die Fachschaft Geschichte am Kapu
Färberdistel und Blauholz
Schüler tauchen ein in eine bunte Welt

Unter dem Thema „Mit dem Fahrstuhl in die Vergangenheit“ fand am 10. Mai im Zeitraum von 9 bis 14 Uhr das Herding-Festival 2016 im LWL-Textilmuseum in Bocholt statt. In einer Kooperation des Textilmuseums, der Borgers GmbH und dem Kapu leiteten und organisierten Herr Schmidt, der wissenschaftliche Referent des Museums und Herr Sczesny aus der Fachschaft für Geschichte am Kapu die Veranstaltung.

Unter den zahlreichen Workshops für die Jahrgangsstufe 8 des St.-Josef-Gymnasiums wurde auch ein Färbeworkshop mit dem Titel „Das blaue Wunder“ angeboten. Die Leiter Dietlind Dellbrügge und Stefan Paßerschroer brachten den Schülern den Färbevorgang auf chemischer und pflanzlicher Ebene nahe.

Nach einem kurzen theoretischen Vortrag wurden die Schüler zur praktischen Arbeit in Gruppen aufgeteilt und mit Plastikschürzen und Schutzbrillen ausgestattet. Für den Färbevorgang wurden verschiedene Pflanzen und Pflanzenteile verwendet. Dadurch wurden diverse Farbnuancen erzielt, Brennnessel etwa erzeugt ein helles Grün, Blauholz ein intensives Blaulila, Krappwurzel ein starkes Pink und die Färberdistel ein Safrangelb.

Bei einer abschließenden Auswertung stellten die Schüler fest, dass sich Schafwolle aufgrund der tierischen Eiweiße besser färben ließ als Baumwolle. Außerdem erkannten sie, dass die behandelten Stoffe den Farbstoff besser aufnahmen als die unbehandelten.

Als Gegensatz zur pflanzlichen Färbung wurde die ab 1860 eingeführte chemische Methode am Beispiel des Batiken verdeutlicht. Dazu wurde ein Beutel mit chemischen Farbkomponenten mit Kochsalz in Wasser aufgelöst. Diese individuellen Ergebnisse durften die Schüler als Andenken mit nach Hause nehmen.

Text des Presseworkshops (unter lieber Mithilfe von Anna Maria aus der Q1)
 
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