Certamen Carolinum - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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© Bocholter-Borkener Volksblatt - 10.01.2017

17-Jährige gewinnt Wettbewerb „Certamen Carolinum“

Bocholter Kapu-Schülerin erhält Stipendium

Bocholt - Antike Texte haben es Henrike Schnepel angetan. Die 17-Jährige interessiert sich für Platon und Cicero ebenso wie für den griechischen Heilgott Asklepios. Ihre Leidenschaft hat der Kapu-Schülerin zu einer renommierten Auszeichnung verholfen: In Aachen hat sie den altsprachlichen Wettbewerb „Certamen Carolinum“ gewonnen und erhält nun ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
133 Gymnasiasten aus ganz Nordrhein-Westfalen waren zu dem anspruchsvollen Wettbewerb angetreten. Henrikes Griechischlehrer Marcus Heckenkamp hatte seine begabte Schülerin ermutigt, an dem Wettstreit teilzunehmen. In drei Runden musste sie sich beweisen. Erste Hürde war eine Facharbeit zu einem philosophischen Thema:
Henrike überzeugte die Jury mit einem Vergleich von Platons Höhlengleichnis und dem Film „The Truman Show“. Die Ideen und Wertvorstellungen der alten Dichter und Philosphen seien heute immer noch aktuell, sagt die junge Bocholterin. Das mache für sie den Reiz der antiken Texte aus.
In der zweiten Runde schrieben die 43 besten Teilnehmer eine vierstündige Übersetzungsklausur. Es galt, einen lateinischen Text über Alexander den Großen möglichst fehlerfrei ins Deutsche zu übersetzen. Als Kapu-Schülerin hat Henrike schon seit der fünften Klasse Lateinunterricht, seit der achten auch Altgriechisch. Vokabeln lernen ist ihr kein Graus. „Ich lerne eigentlich ganz gerne“, sagt die 17-Jährige.
Das Certamen Carolinum ist der seit 1985 ausgetragene Landeswettbewerb in den Alten Sprachen für Schüler der Oberstufe. Träger ist der Verein zur Förderung der Alten Sprachen in den Schulen. Die drei besten Teilnehmer werden direkt als Stipendiaten in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Die Stiftung unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten fördert nach eigenen Angaben „junge Menschen mit hoher wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung, (...) von denen nach ihrer Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen im Dienst der Allgemeinheit zu erwarten sind“. Die Stipendiaten erhalten eine monatliche Studienkostenpauschale und werden durch Sommerakademien, wissenschaftliche Kollegs und Doktorandenforen gefördert. Außerdem erhalten sie individuelle Beratung von einem Vertrauensdozenten am Studienort.
Kapu-Schülerin Henrike Schnepel
Henrike Schnepel
Foto: Volker Wulf
So schaffte sie es unter die letzten zwölf und fuhr für die dreitägige Endrunde nach Aachen. Vor einer Jury aus Lehrern, Professoren und Vertretern der Schulaufsicht hielt sie einen Vortrag über Asklepios und sein antikes Heilzentrum in Epidauros. „Das war ein Thema, was mich selbst total interessiert hat“, sagt Henrike. Denn medizinische Themen liegen ihr. Ihr Griechischlehrer und ihrer Biologielehrerin Julia Winkel-Risthaus hatten sie bei der Gestaltung des Vortrags unterstützt. Mit Sebastian Sczesny, dem Leiter der Kapu-Theater-AG arbeitete sie an der richtigen Präsentation.
„Es verblüffte die Zuhörer, wie viele persönliche Bezüge sie zu dem von ihr gewählten Text herstellen konnte“, sagt Heckenkamp. Immerhin war die Bocholterin kürzlich erst auf Studienfahrt in Griechenland gewesen und hatte im Theater des Asklepios gestanden und griechische Verse rezitiert. „Vor der Fachjury zu stehen, war schon aufregend“, sagt die Schülerin. „Aber auch ganz schön.“
Ihr Vortrag begeisterte die Fachleute so sehr, dass Henrike ihn am letzten Tag beim Festakt in der Aula Carolina des Kaiser-Karl-Gymnasiums als Festvortrag noch einmal halten durfte. Mit Unterstützung der Studienstiftung des Deutschen Volkes will Henrike nach dem Abitur im Sommer wahrscheinlich Medizin studieren.

Autorin: Carola Korff


 
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