Themenabend Demenz (2012) - St.Josef-Gymnasium Bocholt - das Kapu

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Dr. med. Michael Adam, Facharzt für Allgemein- medizin
, beleuchtete die Krankheit Demenz aus medizinischer Sicht. Demenz kommt aus dem lateinischen und bedeutet: „Weg mit dem Verstand“. „Es setzt ein Prozess des Vergessens, des ständigen Wiederholens ein“, so Adam, „der Patient hat vieles nicht mehr so präsent.“ Er machte jedoch auch deutlich, dass man den Verlauf der Krankheit rechtzeitig durch viele alltägliche Übungen, wie z. B. Rätsel oder Gedächtnistraining, auch positiv beeinflussen, sprich verlangsamen, kann.


Der vierte Experte an diesem Abend war Pierre Zibell. Er ist examinierter Altenpfleger und Pflegedienstleiter bei der Caritas in Bocholt und Experte für alle Fragen rund um das für viele wichtige Thema „Finanzierung von Pflege“. „Hier beginnt häufig ein langer Prozess, der in der Regel zunächst mit der ehrenamtlichen Pflege durch die Familie, durch Freunde oder Nachbarn beginnt“, so Zibell. Erschwert werde dieser Prozess allerdings durch das Nicht-Zusammenpassen von Selbstbild und Fremdbild eines an Demenz Erkrankten, denn Demenzkranke gäben häufig auf die Frage nach der Einstufung der Erkrankung keine ehrliche Antwort, da es für sie und ihre Angehörigen in vielen Fällen ein beschämendes Gefühl sei. „Das Thema Finanzierung lässt sich nicht verallgemeinern und mit einem Satz beantworten“, resümierte Zibell.

17-jährige Schülerin diskutiert mit Experten und Gästen im Kolpinghaus

Demenz – Eine individuelle Krankheit braucht eine individuelle Hilfe

Angefangen hatte alles mit dem Projektkurs des St.-Josef-Gymnasiums. Maria Niestegge, 17-jährige Schülerin des Kapus, hatte sich Rahmen ihrer Facharbeit sowie eines vorangegangenen Praktikums im Alten- und Pflegeheim im Haus vom Guten Hirten in Bocholt intensiv mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt und nun Betroffene und Interessierte zu einer Podiumsdiskussion ins Kolpinghaus eingeladen. Eingestimmt wurden ihre rund 50 Gäste durch den Spielfilm „Eines Tages“ von Iain Dilthey, in dem drei Einzelschicksale von Demenzerkrankungen in unterschiedlichen Stadien miteinander verknüpft werden. Um anschließend auch die vielen Fragen der interessierten Zuschauer kompetent beantworten zu können, hatte sich Maria Niestegge eine Expertenrunde auf die Bühne geholt.

Inge Bihn, Demenzberaterin bei der Caritas in Bocholt stellte eindrucksvoll dar, wie sich die Persönlichkeit des Menschen unter dem Einfluss dieser Erkrankung verändert und wie sich diese Entwicklung auch auf das Leben seiner Angehörigen auswirken kann. Gleichzeit gab sie einen Einblick in die vielfältigen Angebote, mit denen die Caritas den Angehörigen wichtige Hilfestellungen bieten kann.

Johannes Tepaße, leitet seit über 20 Jahren das Alten- und Pflegeheim des Hauses vom Guten Hirten und war an diesem Abend der richtige Ansprechpartner für das Thema „ambulante und stationäre Pflege“. Tepaße: „Es gibt keine generelle Lösung, jeder Patient braucht eine individuelle Betreuung. Und hier kommst auf die richtige Mischung an.“ Er appellierte aber auch an die betroffenen Angehörige, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich selbst zu entlasten, denn „wer für sich nichts tut, kann auch für andere nichts tun“, so Tepaße.

Der Abend gab viele hilfreiche Informationen, wichtige Impulse, aber auch gute Lösungsansätze. Andererseits wurde deutlich, dass eine Demenzerkrankung immer auch eine individuelle und höchst persönliche Krankheit ist, die alle Betroffenen und Beteiligten vor große Herausforderung stellt.

„Wichtig dabei ist“, so Maria Niestegge in ihrem abschließenden Fazit, „die Krankheit anzunehmen und frühzeitig kompetente Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.“


 
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